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Edelmetalle - Gold
Dienstag, den 26. Mai 2009 um 11:17 Uhr

Wissenwertes über Gold

EINLEITUNG
Gold, Symbol Au (lateinisch aurum), weiches, hellgelbes, metallisches Element mit hoher Dichte. Gold steht in der ersten Nebengruppe (unter Kupfer und Silber) des Periodensystems und gehört zu den Übergangsmetallen. Das Element hat die Ordnungszahl 79.

EIGENSCHAFTEN

Gold BarrenReines Gold ist eines der geschmeidigsten Metalle im Periodensystem der Elemente. So lässt sich Goldmetall beispielsweise leicht zu dünnsten Folien hämmern oder walzen. Ein etwa 29 Gramm schweres Stück des Metalls kann man zu einem 100 Kilometer langen Draht ausziehen. Mit einer Härte von 2,5 bis 3 zählt Gold zusammen mit Silber und Kupfer zu den weichsten Metallen des Periodensystems. Das Edelmetall zeichnet sich weiterhin durch seine relativ hohe Wärme- und elektrische Leitfähigkeit aus. Massives Gold ist hellgelb gefärbt und besitzt einen starken, metallischen Glanz. Feinstverteiltes Goldpulver ist schwarz, kolloidale Suspensionen zeigen Farben von Rubinrot bis Purpur (siehe Kolloide). (Mit dem Begriff Suspension bezeichnet man im Prinzip unlösliche Feststoffe in einer Flüssigkeit. Entscheidend ist dabei die Grösse der Teilchen 150; ab einem Teilchendurchmesser kleiner als ein zehntausendstel Millimeter spricht man bereits von einem Kolloid, das sind Stoffe, die in ganz bestimmter Weise feinst verteilt sind.)

Gold ist chemisch äusserst reaktionsträge. Von feuchter Luft, Hitze und den meisten Lösungsmitteln wird es nicht angegriffen. Es löst sich jedoch z. B. in wässriger Kaliumcyanidlösung, in Chlorwasser (wässrige Chlorlösung) und in Königswasser, einer Mischung aus konzentrierter Salzsäure (3 Teile) und konzentrierter Salpetersäure (18 Teil). Als Pulver lässt sich Gold auch mit Hilfe von bestimmten phosphororganischen Verbindungen auflösen. Dabei handelt es sich um so genannte Phosphine, Verbindungen mit der allgemeinen Formel PR3, wobei der Rest R in unterschiedlicher Kombination für Wasserstoff oder für einen bestimmten organischen Rest steht.

Reines metallisches Gold schmilzt bei rund 1 064 C und siedet bei etwa 2 260 C. Die relative Dichte liegt bei 19,3, und die Atommasse des Edelmetalls beträgt 196,967 u.

VORKOMMEN
Gold findet man in der Natur in Formvon Adern im Quarzgestein und in Ablagerungen von Flussschlämmen. Dabei liegt es entweder als reines Metall (gediegen) oder gemeinsam mit anderen Metallen vor. In der Rangfolge der Häufigkeit der Elemente in der Erdkruste steht das Metall erst an 75.Stelle. Fast immer tritt das gediegene Gold zusammen mit Silber in unterschiedlichen Anteilen auf. Die natürliche Gold-Silber-Legierung nannten die Alchimisten Elektrum. Neben Silber kommt Gold auch gemeinsam mit anderen Metallen vor, wie z. B. in den Mineralien Calaverit (auch Krennerit: AuTe1) und Sylvanit (auch Schrifterz: AuAgTe4). Zusammen mit Blei, Antimon und Schwefel findet man Gold im Mineral Nagyagit (auch Blättererz). Geringe Mengen Gold sind auch Bestandteil vieler Pyrit-Eisenerze. Meerwasser enthält zu fünf bis 25 Gewichtsteilen Gold auf 100 Millionen Teile Wasser. Die Gesamtmenge im Meerwasser wird auf rund neun Milliarden Tonnen geschätzt.

Auch außerhalb der Erde ließ sich Gold nachweisen, u. a. auf der Sonne und auf dem rund 5 200 Lichtjahre entfernten Stern BD+17 3248.

ANWENDUNG
Gold war schon in frühesten Zeiten bekannt und hatte stets einen hohen Wert, nicht nur wegen seines Aussehens und seiner Beständigkeit, sondern weil es auch einfacher als alle anderen Metalle zu bearbeiten und leichter in reiner Form zu gewinnen ist. Die Ältesten Gegenstände aus Gold stammen aus dem 5. Jahrtausend v. Chr. Bereits im Altertum wurde Gold als Münzmetall eingesetzt und stellt heute noch den Bezugswert bei internationalen Geldtransaktionen dar.

Der grösste Teil des Goldes wird für Münzen und Schmuck verwendet. Für diese Zwecke wird es stets mit anderen Metallen legiert, damit eine ausreichend hohe Härte erzielt wird. Füher gab man den Goldgehalt von Legierungen in Karat an. Diese Skala hat 24 Teile: Eine Legierung, die zu 1/24 aus Gold besteht, hat ein Karat, während reines Gold 24 Karat besitzt. Goldmünzen enthalten üblicherweise 90 Prozent Gold und zehn Prozent Silber. Für Schmuckstücke legiert man Gold häufig mit Kupfer und Silber. So genanntes Weissgold enthält neben Gold die Metalle Zink und Nickel oder auch Platinmetalle.

Gold wird in Form dünner Folien zum Verzieren und Beschriften verwendet. Cassiuscher Goldpurpur ist eine Ausfällung von feinverteiltem (kolloidalem) Gold und Zinndioxid (ebenfalls kolloidal). Er entsteht durch Umsetzung von Goldchlorid mit Zinnchlorid in wässriger Lösung. Es dient zum Färben von rubinrotem Glas (Goldrubinglas). Mit Tetrachlorogoldsäure werden in der Photographie Bilder koloriert. Lösungen von Kalium- bzw. Natriumdicyanoaurat, K- bzw. Na[AuCN2] verwendet man zum elektrolytischen Beschichten mit Gold. Auch in der Zahnmedizin wird Gold angewandt. Bestimmte Radioisotope des Goldes nutzt man in der biologischen Forschung sowie bei der Behandlung von Krebs.

GOLDGEWINNUNG
Die einfachste Methode der Goldgewinnung ist das „Goldwaschen” von Flusssand. Dazu füllt der Goldsucher den goldhaltigen Sand oder Kies in eine runde, flache Schale, die unten eine kleine Vertiefung hat. Dann hält er die Schale in einen schwachen Wasserstrom und schwenkt sie mit kreisförmigen Bewegungen. Die leichteren Anteile des Sandes werden dabei allmählich weggeschwemmt, und die schwereren sinken in der Schalenmitte zu Boden oder sammeln sich in der Vertiefung.

Mit der Zeit wurden die Methoden zur Goldgewinnung verfeinert; u. a. wurde das hydraulische Verfahren erfunden. Ein kräftiger Wasserstrahl wird auf den goldhaltigen Sand oder Kies gerichtet. Dabei werden die Steinchen teilweise zertrümmert; die Bruchstücke werden vom Wasser fortgetragen und gelangen in speziell geformte Auswaschrinnen, in denen sich das Gold absetzt und die leichteren Anteile weggeschwemmt werden. Bei der Goldgewinnung aus Flüssen wird meist ein Eimerkettenbagger eingesetzt, der auf einem Schiff mit flachem Boden verankert ist. Er fördert mit kleinen Gefäßen, die an einer Endloskette hängen, das Material vom Flussbett nach oben und füllt es in eine Siebtrommel. Bei deren Rotation wird Wasser zugeführt. Dadurch sinken die goldhaltigen Steinchen schneller nach unten und gelangen durch die Sieböffnungen auf Schüttelbleche, wo sie weiter von reinen Sandkörnern getrennt werden. Dieses Verfahren kann man auch bei ausgetrockneten Flussbetten anwenden, wenn in geringer Entfernung ausreichende Wassermengen verfügbar sind.

Ausgedehnte unterirdische Lagerstätten mit goldhaltigem Gestein erkennt man oft an kleinen Stellen, an denen sie zur Oberfläche ragen. Dann treibt man Stollen in die Erde, wie beim Kohlenabbau, und fördert das Erz an die Oberfläche. Dort wird es mit Hilfe entsprechender Maschinen zerkleinert.

Das reine Gold gewinnt man aus dem Kies oder dem zerkleinerten Gestein entweder durch Auflösen in Quecksilber (Amalgamierung) oder in Cyanidlösungen (Cyanidlaugerei). Einige Erze müssen vor dieser Extraktion geröstet werden. Das betrifft vor allem diejenigen, in denen das Gold chemisch an Tellur gebunden ist. Das Gold wird dann aus der Lösung abgeschieden, geschmolzen und in Barren gegossen. Schon bei Gestein mit nur einem Teil Gold auf 300 000 Teile Restmaterial kann sich der Abbau lohnen.

Die seltenste Art des Goldvorkommens sind die so genannten Nuggets, kleine Klümpchen aus reinem Gold. Das mit einer Masse von rund 70,8 Kilogramm bisher größte Nugget wurde 1869 in Victoria (Australien) gefunden.

GOLDPRODUKTION
Gold wurde schon im Altertum von Etruskern, Minoern, Assyrern und Ägyptern produziert. Sie gewannen es durch einfaches Auswaschen von Flussschlamm oder Kies. Auf dieselbe Weise wurde es in früheren Zeiten in Indien, Mittelasien, dem südlichen Ural und in den östlichen Mittelmeerländern gefördert. Schon vor Christi Geburt konnte man mit verbesserter Abbautechnik auch goldführende Adern im Gestein ausbeuten. Im Mittelalter wurde um das 11. Jahrhundert die Amalgamation erstmals erwähnt. Bei der Amalgamation macht man sich die Eigenschaft zunutze, dass Gold mit Quecksilber eine Legierung bildet und sich in dieser Legierung anreichern lässt.

Etwa zur Zeit der Entdeckung Amerikas belief sich der Wert allen Goldes in Europa schätzungsweise auf weniger als 180 Millionen Euro. In den folgenden 350 Jahren, also vom Ende des 15. Jahrhunderts bis um 1850, förderte man eine Gesamtmenge von rund 4 665 Tonnen Gold. Südamerika und Mexiko zählten in dieser Zeit zu den wichtigsten Förderländern. Die Vorherrschaft Spaniens in Südamerika führt im 16. Jahrhundert zu einer verstärkten Goldproduktion in der Neuen Welt. Einiges davon wurde den Ureinwohnern schlichtweg geraubt, die den Abbau von Gold schon lange betrieben hatten. Im gleichen Jahrhundert trug Mexiko rund neun Prozent zur gesamten Weltproduktion bei. Gold wurde ab Februar 1851 auch in Australien gefördert.

Heute zählt Südafrika zu den Hauptlieferanten von Gold. Die jährliche Förderung beläuft sich auf rund 300 Tonnen. Die wichtigsten Goldminen liegen im Gebiet Witwatersrand. Weitere 50 Länder der Erde produzieren Gold in wirtschaftlich bedeutenden Mengen.

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 12. Dezember 2009 um 01:20 Uhr
 

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